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Ratgeber

KfW-Förderung für Einbruchschutz — was in Bremen dazugehört

Bei diesem Thema entscheidet die Reihenfolge

Wer seine Haustür sicherer machen möchte, fragt meist zuerst nach dem Bauteil. Über eine Förderung entscheidet jedoch etwas anderes: die Reihenfolge, in der Sie vorgehen, und die Art der Maßnahme. Gefördert wird die Nachrüstung vorhandener Türen und Fenster — nicht jede Verbesserung und nicht jeder Austausch.

Kurz: Erst informieren und den Antrag klären, dann beauftragen — und die Bedingungen immer an der Quelle nachlesen.

Monteurin montiert Sicherheitsbeschlag an einer grauen Wohnungstür

Nachrüsten ist der förderfähige Fall

Die KfW fördert Einbruchschutz als Nachrüstung im Bestand. Vorhandene Türen und Fenster werden mit zusätzlicher Sicherungstechnik ertüchtigt, statt sie im Ganzen zu ersetzen. Für Bremen passt das gut, denn ein erheblicher Teil des Wohnbestands besteht aus Bausubstanz, die man weder herausreißen will noch herausreißen darf.

Zwei Dinge bleiben dabei bei Ihnen. Der Antrag ist Ihre Sache: Ein Handwerksbetrieb berät, misst auf, montiert und stellt einen ordentlichen Beleg aus, eine Förderzusage kann er nicht geben. Und die Bedingungen ändern sich — was in einem Jahr gilt, kann im nächsten anders formuliert sein, weshalb jede Angabe vor Ihrer Entscheidung bei der KfW selbst geprüft gehört.

Wo dieses Thema neben den übrigen steht, zeigt die Übersicht der vier Bremer Ratgeber.

Maßnahmen

Die Maßnahmen, um die es geht

Es geht um Maßnahmen, nicht um Marken. Die folgenden Gruppen kehren bei der Nachrüstung von Wohnungs- und Haustüren immer wieder; welche davon an Ihrer Tür sinnvoll ist, entscheidet die Tür und nicht ein Katalog.

  • Zylinder und Beschlag

    Ein Sicherheitszylinder mit Bohr- und Ziehschutz nimmt zusammen mit einem abdeckenden Schutzbeschlag dem Angriff von außen die einfachsten Wege.

  • Querriegel über die Türbreite

    Ein Panzerriegel greift in beide Rahmenseiten und verteilt die Hebelkraft über die gesamte Breite des Türblatts statt über einen einzigen Punkt.

  • Rahmen und Schließblech

    Ein verstärktes Sicherheitsschließblech sorgt dafür, dass der Riegel bei einem Hebelversuch nicht einfach aus dem Holz des Rahmens gerissen wird.

  • Bandseite

    Hintergreifhaken sichern die Scharnierseite, auch wenn die Bänder angegriffen werden; an den schmalen Haustüren eines Bremer Hauses ist das die am häufigsten übersehene Stelle.

  • Fenster und Nebenzugänge

    Abschließbare Fenstergriffe, Pilzkopfverriegelungen und aufschraubbare Zusatzsicherungen an Erdgeschoss-, Keller- und Balkonfenstern gehören zur selben Betrachtung wie die Haustür.

  • Der gemeinsame Nenner

    Entscheidend ist, dass vorhandene Bauteile ertüchtigt werden; ein kompletter Türtausch ist etwas anderes als eine Nachrüstung.

Die Schritte in der Reihenfolge, die zählt

Bei der Förderung wiegt die Reihenfolge schwerer als die Auswahl. Wer sie umdreht, kann die Förderung verlieren, obwohl die Maßnahme selbst gepasst hätte.

  1. Informieren

    Lesen Sie die aktuell geltenden Bedingungen bei der KfW selbst nach, bevor Sie irgendetwas entscheiden oder bestellen.

  2. Antrag klären, bevor beauftragt wird

    Die Förderung will in aller Regel geregelt sein, bevor Sie den Auftrag erteilen; ein bereits erteilter Auftrag lässt sich nachträglich meist nicht mehr heilen.

  3. Angebot einholen

    Lassen Sie sich die geplanten Maßnahmen an Ihrer konkreten Tür beschreiben, mit Aufmaß, nicht an einem Musterobjekt aus dem Prospekt.

  4. Montieren lassen

    Zur Montage gehören die Funktionsprüfung der Tür und eine Erklärung, wie die neue Technik im Alltag zu bedienen ist.

  5. Nachweise aufbewahren

    Rechnung und Unterlagen zur ausgeführten Maßnahme gehören vollständig in Ihre Ablage, nicht in den Papierkorb.

Nachrüstung, Reparatur oder Austausch — der Unterschied an der Tür

An der Tür selbst ist der Unterschied meist gut zu sehen. Nachrüstung heißt: Türblatt und Rahmen bleiben, und es kommt etwas hinzu, das vorher nicht da war — ein Querriegel, ein Schutzbeschlag, ein verstärktes Schließblech, eine Sicherung auf der Bandseite.

Reparatur ist der Gegenfall. Wird nach einem Aufhebelversuch ein beschädigtes Einsteckschloss ersetzt, damit die Wohnung wieder verschließbar ist, stellt das den alten Zustand wieder her; es kommt nichts hinzu. Auch der Tausch eines verschlissenen Schließzylinders gegen einen gleichwertigen ist Instandsetzung und keine Verbesserung.

Dazwischen liegt eine Grauzone, die sich mit einer einzigen Frage aufräumen lässt: Ist die Tür danach widerstandsfähiger als vorher, oder ist sie nur wieder heil? Für den Maßstab gibt es die Widerstandsklassen nach DIN EN 1627; wer die Kürzel einordnen möchte, kann RC-Klassen nach DIN EN 1627 nachschlagen.

Und ein Wort bleibt dabei wichtig: Es heißt einbruchhemmend, nicht „einbruchsicher”. Gute Technik verzögert einen Versuch so lange, dass er abgebrochen wird. Mehr verspricht sie nicht, und mehr sollte Ihnen auch niemand versprechen.

Zwei Bremer Türen, zwei völlig verschiedene Wege

In Bremen liegen diese beiden Fälle oft nur wenige Haltestellen auseinander — und trotzdem beginnt die Nachrüstung bei ihnen an ganz unterschiedlichen Stellen.

Die Jugendstil-Haustür im Viertel

In der Östlichen Vorstadt reihen sich Haustüren aus Klassizismus, Historismus und Jugendstil aneinander, jede zu ihrem eigenen Bremer Haus gehörend. Wer das Haus besitzt, entscheidet über diese Tür allein, was die Sache erleichtert; steht sie in einem denkmalgeschützten Ensemble, entscheidet der Denkmalschutz über die Art der Befestigung mit, was sie wieder erschwert. Wie behutsam an solchen Türblättern gearbeitet werden muss, zeigen auch die Jugendstil-Türen in Schwachhausen.

Die Wohnungstür im Zeilenbau

In der Neuen Vahr, im Marßeler Feld und in der Grohner Düne liegt die eigene Wohnungstür hinter einer gemeinsamen Hauseingangstür. Über die Wohnungstür lässt sich in Absprache mit Vermieter oder Hausverwaltung häufig etwas machen; die Hauseingangstür gehört allen und wird nicht von einer einzelnen Partei nachgerüstet. Wer hier plant, klärt deshalb zuerst die Zuständigkeit und danach erst die Technik.

Der Antrag bleibt bei Ihnen

Ein Handwerksbetrieb kann beraten, aufmessen, montieren und einen ordentlichen Beleg ausstellen — eine Förderzusage kann er nicht erteilen und eine Bewilligung nicht versprechen. Welche Programme gelten, welche Bedingungen daran hängen und in welcher Reihenfolge sie erfüllt sein müssen, prüfen Sie vor Ihrer Entscheidung bei der KfW selbst; Angaben aus zweiter Hand veralten. Steht Ihre Tür in einem denkmalgeschützten Bestand, wie ihn die denkmalgeschützten Villenensembles in Schwachhausen bilden, kommt die Zustimmung der Denkmalbehörde hinzu, und sie geht jeder Montage voraus. Dieser Ratgeber ist eine Orientierung und ersetzt weder eine Förder- noch eine Rechtsberatung.

Was Ihre Tür zulässt, klärt ein Gespräch

Welche Maßnahmen an Ihrer konkreten Tür überhaupt möglich sind — Material und Zustand des Rahmens, Breite des Türblatts, Lage der Bandseite, Alter des Zylinders —, lässt sich in einem kostenlosen und unverbindlichen Telefonat vorab eingrenzen, lange bevor jemand ein Werkzeug anfasst. Was die Arbeit dann kostet, wird in diesem Gespräch individuell und vor Arbeitsbeginn vereinbart; wie das hier gehandhabt wird, steht unter Kosten: erst das kostenlose Gespräch. Mit dem Anruf gehen Sie keine Verpflichtung ein.

Welcher Weg zu Ihrem Fall gehört

Nicht jede Arbeit an einer Tür ist eine Nachrüstung. Nur der erste Weg führt überhaupt in Richtung Förderung; die beiden anderen sind etwas anderes und werden trotzdem oft damit verwechselt.

Nachrüsten

Der förderfähige Weg beginnt beim Einbruchschutz für Bremer Türen und Fenster: Vorhandenes wird ertüchtigt, nicht ersetzt.

Instandsetzen

Ist der Schaden schon da, geht es um die Instandsetzung der aufgebrochenen Bremer Tür; das ist eine Reparatur, die sich allerdings gut mit einer Aufrüstung derselben Tür verbinden lässt.

Zuständigkeit klären

Sitzt Ihre Wohnungstür hinter einem gemeinsamen Hauseingang, hängt die Entscheidung an der Schließanlage im Bremer Mehrparteienhaus und damit an der Verwaltung.

Vorher sprechen

Vorher sprechen, dann planen

Einbruchschutz ist kein Notfall, sondern eine Entscheidung, die Ruhe verträgt: Beratung telefonisch vereinbaren und die eigene Tür einmal durchsprechen, bevor irgendetwas bestellt oder beauftragt wird.